Streetworker haben täglich mit jungen Menschen zu tun, die ihr Leben auf der Straße fristen. Das hat die verschiedensten Gründe: Ärger zu Hause, Drogenabhängigkeit, psychische Probleme, kein festes Einkommen, keine feste Bleibe. „Oft genug kommen auch all diese Faktoren zusammen oder weitere hinzu“, sagt Christian Vallo (41), ebenso wie Sarah Schmitt (36) Streetworker in Leverkusen.

Unter dem Motto der NRW-weiten Kampagne „Auf der Straße zu Hause“ gab das Duo am Freitag an einem Stand in der Wiesdorfer City Einblicke in seine Arbeit mit 14 bis 27-Jährigen und machte auf die Lebenssituation und Probleme vieler Jugendlicher und junger Erwachsener aufmerksam. So sei das „Zuhause auf der Straße“ für Jugendliche oft nicht mehr zugänglich, „weil der öffentliche Raum in den letzten Jahren fast lückenlos reglementiert worden ist“.

Freiräume für jugendliche Aktivitäten seien so gut wie verschwunden, merkt Viallo an. Oftmals ist eine jugendgemäße Gestaltung und Nutzung nicht gegeben oder nicht erwünscht. Die Straße und öffentliche Plätze bleiben aber trotzdem Aufenthaltsorte für junge Menschen.

Viele junge Obdachlose

Zu einem weiteren großen Problem ist die steigende Wohnungslosigkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen geworden. Die aktuelle Bundesstatistik weist für Nordrhein-Westfalen knapp 5000 Jugendliche und junge Erwachsene aus, die ohne Wohnung sind. Die Dunkelziffer wird höher sein. Es fehlen Unterkünfte, um akute Wohnungs- oder Obdachlosigkeit kurzfristig zu beseitigen – auch in Leverkusen.

„Günstiger Wohnraum ist schwer zu finden“, sagt Schmitt, die seit sieben Jahren als Streetworkerin in der Stadt unterwegs ist, junge Menschen berät und betreut und auch bei der Wohnungssuche hilft: „Auf Wunsch gehen wir mit zur Wohnungsbesichtigung und knüpfen so direkten Kontakt zum Vermieter.“

Schmitt und Vallo sind auch für das städtische Wohnprojekt in Schlebusch zuständig, das Platz für maximal sechs Personen im Alter ab 18 Jahren bietet. „Vor einigen Jahren betrug die durchschnittliche Verweildauer noch etwa acht Monate, mittlerweile sind es circa 15 Monate“, erklärt Schmitt.

In dieser Zeit wird versucht, die Frauen und Männer auf das Leben vorzubereiten. Für das Zimmer im Wohnprojekt muss eine kleine Nutzungsgebühr gezahlt und Regeln müssen eingehalten werden. Ein erster Schritt hin zur Eigenständigkeit.

  1. Streetworker stellten in der Wiesdorfer City ihre Arbeit vor
  2. Städtische Einrichtung

Städtische Einrichtung

Streetwork Leverkusen ist eine städtische Einrichtung. Der Kontakttreff in Schlebusch, Bergische Landstraße 82 b ist freitags von 10 bis 12.30 Uhr (mit Frühstück) geöffnet. Es besteht die Möglichkeit, Leute zu treffen, Fragen zu stellen und zu klären, aber auch zu duschen und zu waschen. Für Terminvereinbarungen stehen Sarah Schmitt (0214/406 56 20 sowie 0172 / 207 70 30 und Christian Vallo (0214 / 406 56 21 sowie 0172 / 207 70 33) zur Verfügung.

Beratungen vor Ort werden ebenfalls angeboten: jeden vierten Dienstag im Monat ab 10 Uhr im Tagestreff der Caritas in Wiesdorf, Schulstraße 36, mittwochs von 9.30 bis 11.30 Uhr in der VHS in Rheindorf, Elbestraße 21a und von 14.30 bis 16.30 Uhr im Manforter Laden, Gustav-Heinemann-Straße 40, donnerstags ab 10 Uhr im Jobcenter (U-26-Team), Henrich-von-Stephan-Straße 6a).

– Quelle: http://www.ksta.de/27850938 ©2017

Quelle: http://www.ksta.de/region/leverkusen/stadt-leverkusen/einsatz-streetworker-stellten-in-der-wiesdorfer-city-ihre-arbeit-vor-27850938

 

Weitere Links: 

Mit den Streetworkern zurück ins Leben

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